Was sind die HELFERSEITEN ?
Die HELFERSEITEN gehen auf eine private Initiative zurück. Linda Pracejus war für einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in Ecuador und brauchte dort Unterstützung. Durch eine Webseite, die ich ihr zur Verfügung stellte und auf der sie ihre verschiedene Projekte vorstellen konnte, hat sie diese Unterstützung dann auch bekommen.
Die Hilfsbereitschaft war sogar so groß, dass wir entschieden haben, diese Initiative zu Gründen, um auch anderen Helfern eine Chance auf Unterstützung zu ermöglichen. Im Prinzip geht es darum, mit einer Webseite Aufmerksamkeit und Hilfe, für eine zu bewältigende Aufgabe zu bekommen.
Ein weiterer Punkt ist: Verwandte und Freunde wollen hin und wieder etwas Neues vom Helfer erfahren, der in der Ferne lebt und arbeitet. Die "Helferseite" bietet alle Möglichkeiten, mit denen man von seinem Alltag in der Ferne berichten kann. Ein Web-Tagebuch (Weblog) und eine Galerie für eigene Bilder und Videos gehören zur Ausstattung einer jeden Helferseite.
Wer jetzt Interesse an einer eigenen "Helferseite" bekommen hat, kann sich die bereits eingerichteten Seiten ansehen, um einen Eindruck vom Nutzen einer Helferseite zu bekommen.
Was hat man davon?
Manchmal reicht es allein schon, wenn man über die Seite Kontakt zu Menschen findet, die durch ihr Interesse und moralische Unterstützung Kraft für die Arbeit geben. Das allein kann schon sehr motivierend sein. Sie hilft aber auch dabei, Kontakte zu knüpfen und ggf. offizielle Stellen über die eigenen Aktivitäten zu informieren. Für materielle Zuwendungen, kann so eine Seite ebenso nützlich sein. Die Bereitschaft der Menschen, mit Spenden zu helfen, ist ja eher vorhanden, wenn man genau weiß, wofür man etwas gibt und die Entwicklung unterstützter Projekte verfolgen kann.
Man muss aber keine Spenden sammeln oder Projekte umsetzen. Wer einfach nur Kontakt zu seinen Lieben daheim halten will, ist genauso willkommen wie Jemand, der regelmäßig Projekte umsetzt und dafür auch Spenden sammeln will.
Wie bekomme ich eine eigene Helferseite?
Man kann sich einfach von der Impressum-Seite per Mailformular an mich wenden. In der Regel kann ich eine Helferseite sehr schnell und unkompliziert einrichten. Kosten entstehen keine. Wenn keine Spenden gesammelt werden, ist eine Subdomain für die Helferseite möglich. Eine eigene Domain ist auch möglich und wird zum Selbstkostenpreis (*.de für 6 Euro im Jahr) gestellt.
Die fertige Seite wird in Eigenverantwortung des Helfers geführt. Rat und Hilfe gibt es über eine gemeinsame Mailadresse aller Helfer. Für Fragen stehen Linda und ich gern zur Verfügung.
Am Einsatzort braucht man aber auf jeden Fall eine (einfache) Digitalkamera um Bilder zu machen und einen Zugang zum Internet, den man regelmäßig nutzen kann. Ein Internetcafe in erreichbarer Nähe, reicht dafür völlig aus.
Bernd Mehrtens
WARUM ES DIE HELFERSEITEN GIBT
Es fing damit an, dass ich fern gesehen habe. Im Nachmittagsprogramm sah ich eine Sendung, die über Menschen im Ausland berichtete. Ein Doku-Magazin, an dem ich Gefallen gefunden hatte. Interessante Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen ins Ausland gingen und eine Zeit lang mit der Kamera dabei begleitet wurden. Irgendwann wurde dort auch über Linda Pracejus berichtet, die im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes nach Ecuador gegangen ist, um Kinder an einer Schule in Cambugan zu unterrichten.
Linda wirkte sehr sympathisch und mich faszinierte, was sie dort alles auf sich genommen hat, um den Kindern zu helfen. Sie berichtete in einem Weblog von dem, was die Kameras nicht so zeigten. Beim lesen des Blogs bekam ich den Eindruck, dass sie sich etwas einsam fühlte und nicht so glücklich mit der Situation in ihrer Gastfamilie war. Sie fühlte sich von der Familie nicht wirklich angenommen, denke ich. Ich habe dann einfach auf einen ihrer Berichte geantwortet. Darin schlug ich vor, sie solle sich ein Feldbett zulegen, damit sie nicht mehr auf dieser geflochtenen Strohmatte schlafen müsse, die dort üblicherweise zum Ruhen verwendet wird. Notfalls würde ich ihr eines zusenden, um ihre Situation etwas zu verbessern. Das war zwar eine ziemlich verrückte Idee, aber ich habe mal auf einem Feldbett geschlafen und das war gar nicht so übel.
Als sie dann auf meine Nachricht antwortete, kam der Kontakt zwischen uns zustande. Die Idee mit dem Feldbett fand sie zwar gut, aber sie wollte nicht, dass ich ihr eines schicke, weil die karge Unterbringung für sie kein eigentliches Problem sei, teilte sie mir mit. Aber ich war froh, dass sie sich überhaupt meldete. Eigentlich war das Feldbett ja auch nur ein Vorwand von mir, um ihr zu schreiben.
Es ist irgendwie ein komisches Gefühl, wenn jemand, den man aus dem Fernsehen kennt, sich bei einem meldet. Irgendwie aufregend. Ich hatte auch ein wenig die Befürchtung, enttäuscht zu werden. Manche Menschen geben sich im Fernsehen ja anders, als sie wirklich sind. Mittlerweile kenne ich Linda etwas und kann sagen, dass sie bisher genau so ist, wie ich sie im Fernsehen erlebt habe. Sie ist einfach nett!
In einer anderen Mail erwähnte sie irgendwann, dass sie gern mehr für die Kinder an ihrer Schule tun möchte. Der Unterricht allein war ihr nicht genug. Offenbar bedeuten ihr die Kinder an ihrer Schule wirklich viel. Und sie hatte gute Ideen, wie sie den Kindern helfen könnte. Warum, weiß ich nicht mehr genau, aber ich wollte ihr spontan helfen.
Ich bin Programmierer und so bot es sich an, eine Webseite einzurichten. Darüber könnte sie mehr Menschen erreichen und auf ihre Ideen und die Kinder von Cambugan aufmerksam machen. Also habe ich ihr das vorgeschlagen. Von dieser Idee war sie begeistert und wir verabredeten eine Zusammenarbeit. Als wir uns dann auf einen Namen für die Domain einigen konnten, machte ich mich an die Arbeit.
Januar 2008 ging die Seite online, und was soll ich sagen: Wir haben eine Menge erreicht! Ich war total überrascht, wie viele Menschen bereit waren, uns zu helfen. Mit so viel Unterstützung hatten wir nicht gerechnet. In den vier Monaten bis zum Ende von Lindas Volontariat erhielten wir mehr als 6000 Euro Geld- und mehrere Sachspenden. Damit konnte Linda noch dort über 30 Projekte umsetzen. Sie organisierte zum Beispiel mehrere Ausflüge für die Kinder und beschaffte Unterrichtsmittel und Sportgeräte für die Schule. Die ärztliche Versorgung für die Kinder wurde auch erheblich verbessert. Alle Kinder wurden zahnärztlich versorgt. Allgemeinmediziner kommen jetzt regelmäßig nach Cambugan, um die Kinder zu untersuchen. Es ist schier unglaublich und ich bin immer noch überwältigt, wenn ich sehe, was wir erreicht haben. Und: Einige Projekte laufen noch und werden umgesetzt, wenn dafür ausreichend Spenden eingegangen sind. Alle Ergebnisse unserer Bemühungen, können auf der Ergebnis-Seite von
www.freunde-in-cambugan.de eingesehen werden.
Wegen dieser Resultate, aber auch wegen der vielen positiven Reaktionen auf die Webseite, habe ich beschlossen, dieses Portal einzurichten. Mit ihm haben auch andere Auslandshelfer eine Chance, die Unterstützung von Menschen zu bekommen, die bereit sind, etwas von ihrem Wohlstand abzugeben und diesen mit Anderen zu teilen. Zweck des Portals soll es sein, die Hilfsprojekte von privaten Helfern einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es soll so eine Verbindung zwischen aktiven und passiven Helfern herstellen, um gemeinsam etwas gegen die Not in der Welt unternehmen zu können. Ich hoffe, dass dieses Portal bei der Bewältigung dieser Aufgabe einen Beitrag leisten kann.
Bernd Mehrtens